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Geschichte des IfW

1858

Professor Carl Heinrich Schmidt (1858-1881), Quelle: Universitätsarchiv Stuttgart, FotosammlungProfessor Carl Heinrich Schmidt (1858-1881)

Die Geschichte des Lehrstuhls und des späteren Instituts für Werkzeugmaschinen (IfW) beginnt 1858 mit der Einführung des Lehrfachs „Mechanische Technologie“ an der Polytechnischen Schule in Stuttgart, nachdem bereits seit 1833, vertreten durch Professor F. Kalbfell und später für kurze Zeit durch die Professoren Berg und E. Zech, schon das Fach „Maschinenzeichnen“ als ein konstruktionsorientiertes Fach gelehrt wurde.

Professor Carl Heinrich Schmidt unterrichtet von 1858 bis 1881 als erster innerhalb seines Fachgebiets über Mechanische Technologie die Fächer „Populäre Mechanik und Feuerungskunde“. Auch hält er Vorlesungen über „Spanende und umformende Werkzeugmaschinen“ sowie über „Holz- und Steinbearbeitungsmaschinen“.

 

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1879

Professor Adolf Groß (1879-1883), Quelle: Konzernarchiv der DaimlerChrysler AGProfessor Adolf Groß (1879-1883)

Zu Beginn des Studienjahres 1879/80 wird Professor Adolf Groß berufen. Er hält Vorlesungen über Bewegungsmechanismen, Hebevorrichtungen, Eisenbahnfahrzeuge, Werkzeugmaschinen und Maschinenbau für Ingenieure und Architekten. In den Fächern Eisenbahnfahrzeuge und Werkzeugmaschinen unterrichtet er die Studierenden des 7. Semesters. Die Vorlesung Werkzeugmaschinen umfasst damals schon: Allgemeines über Werkzeuge, Maschinen zur Bearbeitung von Metallen - Drehmaschinen, Bohrmaschinen, Hobel- und Stoßmaschinen, Maschinen zum Gewindeschneiden, Fräsen, Schleifen und Schmiedemaschinen - sowie Maschinen zur Bearbeitung von Holz, ferner Einrichtung und Betrieb von Werkstätten zur Maschinenfabrikation.

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1881

Professor Johann Zeman (1881-1900), Quelle: Universitätsarchiv Stuttgart, FotosammlungProfessor Johann Zeman (1881-1900)

Professor Johann Zeman ist seit 1881 Nachfolger des in den Ruhestand getretenen Professors Carl Heinrich Schmidt. Er lehrt bis in das Jahr 1900.

In die Amtszeit von Professor Johann Zeman fallen die Entdeckung des Schnell-Arbeitsstahls und erste systematische Untersuchungen des Zerspanungsvorgangs beim Drehen durch den Pittsburger Ingenieur Frederic W. Taylor. Dieses Ereignis hat für die damalige industrielle Fertigung eine bahnbrechende Bedeutung. Es ist der Anfang der sich rasch entwickelnden Zerspanungslehre, die auch in Stuttgart zum Gegenstand der Wissensvermittlung wird.

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1884

Professor Adolf von Ernst (1884-1893), Quelle: Universitätsarchiv Stuttgart, Fotosammlung

Professor Adolf von Ernst (1884-1893)

Zum Nachfolger von Professor Groß wird 1884 Professor Adolf von Ernst berufen. Er erweitert sein Lehrgebiet um das Fach Maschinenelemente und gibt die Vorlesung über Werkzeugmaschinen 1893 an Professor Zeman ab.

 

 

 

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1900

Professor Alfred Widmaier (1900-1935), Quelle: Universitätsarchiv Stuttgart, FotosammlungProfessor Alfred Widmaier (1900-1935)

Als Nachfolger von Professor Zeman trennt nun Professor Alfred Widmaier den stark angewachsenen Lehrstoff über Werkzeugmaschinen von dem für Mechanische Technologie, so dass zu Beginn des 20. Jahrhunderts neben dem Lehrfach „Mechanische Technologie und Eisenhüttenkunde“ das Fach „Werkzeugmaschinen“ als selbständiges Fachgebiet gelehrt wird.

Herrn Professor Widmaier ist es auch zu verdanken, dass mit tatkräftiger Unterstützung der zwischenzeitlich zur weltweiten Bedeutung gelangten, heimischen Maschinenbauindustrie ein Laboratorium für Werkzeugmaschinen eingerichtet werden kann. Aus diesem Laboratorium entwickelt sich das Institut für Werkzeugmaschinen an der damaligen Technischen Hochschule Stuttgart.

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1936

 o. Professor Alfred Erhardt (1936-1964), Quelle: Universitätsarchiv Stuttgart, Fotosammlungo. Professor Alfred Erhardt (1936-1964)

Nach der Emeritierung von Professor Widmaier wird Professor Dr.-Ing. Alfred Erhardt berufen und übernimmt den neu gegliederten Lehrstuhl und das Institut für „Werkzeugmaschinen und Einführung in den Maschinenbau“, mit den angeschlossenen Lehrgebieten „Maschinenzeichnen“ und „Normenkunde“.

Die Untersuchungen am Laboratorium für Werkzeugmaschinen konzentrieren sich auf Vergleichsversuche an Gleit- und Wälzlagern für Hauptspindeln von Werkzeugmaschinen. Auch werden Untersuchungen an Werkzeugmaschinen im Allgemeinen wie auch an speziellen Bauelementen wie Getriebe, Kupplungen und Elemente der Ölhydraulik aufgenommen. Auf dem Gebiet der Antriebs- und Steuerungstechnik werden Forschungsarbeiten an ölhydraulischen Antriebs-, Steuerungs- und Arbeitselementen durchgeführt. Weitere Schwerpunkte bilden Untersuchungen über das Honen sowie Untersuchungen über den Einfluss von Schwingungen auf die Arbeitsgüte beim Feindrehen.

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1951

apl. Professor Walther Leyensetter (1951-1955)

Vom apl. Professor Dr.-Ing. W. Leyensetter, dem damaligen Lehrbeauftragten für Zerspanungslehre, werden systematische Zerspanungsuntersuchungen hauptsächlich hinsichtlich Spanbildung und Kurzprüfung der Zerspanbarkeit durchgeführt.

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1953

Honorarprofessor Kurt Tschernjakow (1953-1969), Quelle: Stuttgarter Nachrichten, Foto: Heimerdinger
Honorarprofessor Kurt Tschernjakow (1953-1969)
 
Das Gebiet Holzbearbeitung und Holzbearbeitungsmaschinen wird von dem Honorarprofessor Dipl.-Ing. Kurt Tschernjakow vertreten. Bei seinen Forschungsarbeiten befasst er sich besonders mit der Untersuchung der Schnittkräfte bei der Holzzerspanung und Entwicklung hierfür geeigneter Messwertaufnehmer.
 
 
 

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1965

o. Professor Karl Tuffentsammer (1965-1987)o. Professor Karl Tuffentsammer (1965-1987)

Nachdem Professor Erhardt kurz vor seiner Emeritierung nach schwerer Krankheit verstorben ist, wird mit Wirkung vom 1. Oktober 1965 Professor Dipl.-Ing. Karl Tuffentsammer als Nachfolger auf den Lehrstuhl für Werkzeugmaschinen berufen.

Das Institut für Werkzeugmaschinen wird in drei Abteilungen aufgegliedert, die organisatorisch und sachlich koordiniert sind. Jede der Abteilungen „Konstruktions- und Fertigungskonzepte“, „Konstruktionselemente und Sonderprobleme der Werkzeugmaschinen“ sowie „Spanende und abtragende Bearbeitungsverfahren“ werden von einem Abteilungsleiter geleitet und bestehen aus aufgabenorientierten Arbeitsgruppen.

Schwerpunkte in der Forschung bilden Arbeiten auf dem Gebiet des Tiefbohrens sowie der Konstruktion von Automatisierungskomponenten für die flexible Fertigung. Es entstehen richtungsweisende Arbeiten zur Geräuschemission von hydraulischen Baugruppen, die im Rahmen des Engagements von Professor Tuffentsammer für die Normungsarbeit auch Eingang in DIN finden.

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1981

Honorarprofessor Hans Dietz (seit 1981)Honorarprofessor Hans Dietz (seit 1981)

In der Lehre wird das Fachgebiet der Holzbearbeitungsmaschinen seit 1981 durch den Honorarprofessor Dr.-Ing. Hans Dietz mit seiner Vorlesung „Maschinen und Anlagen der Holzbearbeitung – Spanende Bearbeitung nichtmetallischer Werkstoffe“ vertreten.

 

 

 

 

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1984

Honorarprofessor Gerhard Haasis (1982-1994)Honorarprofessor Gerhard Haasis (1982-1994)

Als Lehrbeauftragter hält der Honorarprofessor Dr.-Ing. Gerhard Haasis von 1982 bis 1994 Vorlesungen über „Spanende und abtragende Verfahren der Feinbearbeitung“. In der Forschung unterstützt er aus der Industrie heraus Projekte und studentische Arbeiten auf dem Gebiet des Honens, wie beispielsweise das Projekt über das ultraschall- bzw. schwingungsüberlagerte Honen zur Verbesserung der Oberflächenqualität und der Produktivität.

 

 

 

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1987

o. Professor Alfred Storr (1987-1988)o. Professor Alfred Storr (1987-1988)

Professor Tuffentsammer erleidet kurz nach seiner Emeritierung im Frühjahr 1987 einen Herzinfarkt und stirbt. Der verwaiste Lehrstuhl und das Institut für Werkzeugmaschinen werden kommissarisch von Mai 1987 bis zur Amtseinführung eines Nachfolgers durch Professor Alfred Storr vom Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen geleitet. Oberingenieur im IfW ist Dr.-Ing. Cosmas Magnus Lang, der gemeinsam mit Professor Storr die fachliche und sachliche Fortführung der laufenden Forschungsaktivitäten vor allem bei den DFG-Vorhaben verantwortet.

 

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1988

o. Professor Uwe Heisel (seit 1988)o. Professor Uwe Heisel (1988-2014)

Am 1. Juli 1988 wird Professor Uwe Heisel als Nachfolger von Professor Karl Tuffentsammer berufen. Durch seine Industrietätigkeit ist er geprägt von der seinerzeit im Mittelpunkt des Interesses stehenden, flexiblen Fertigungsautomatisierung mit FFS, was zu einer Erweiterung in Forschung und Lehre am IfW führt und konsequent bis zu dem Thema Rekonfigurierbarer Maschinensysteme (RMS) ausgebaut wird.

Er gestaltet auf der Grundlage der von seinem Vorgänger übernommenen Institutsstruktur vier neue Abteilungen im IfW, nämlich die für „Zerspanungstechnologie“ mit einem Schwerpunkt im Bereich des Bohrens und Tiefbohrens, die für „Maschinenkonstruktion“ mit einem Schwerpunkt auf dem Gebiet der Werkzeugmaschinen mit paralleler Kinematik (PKM) und die für „Maschinenuntersuchung und Optimierung“ mit den Schwerpunkten „Dynamik“, „Thermik“ und „Emissionen“. Hinzu kommt die neu geschaffene Abteilung für „Holzbearbeitungsmaschinen und -technologie“, die er ab Dezember 1990 unter die Leitung von Dr.-Ing. habil. Johannes Tröger stellt. Dieser wird im März 2000 zum apl. Professors ernannt.

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2000

apl. Professor Johannes Tröger (2000-2006)apl. Professor Johannes Tröger (2000-2006)

Professor Johannes Tröger hält Vorlesungen über die Holzbearbeitungstechnologie und beschäftigt sich wissenschaftlich mit der Konstruktion spezieller Werkzeuge für die Holzbearbeitung. Schwerpunkte bilden auch die Sicherheitstechnik an Holzbearbeitungsmaschinen und an Elektrowerkzeugen sowie Forschungsarbeiten zur Vermeidung von Holzstaubemissionen. In seine Amtszeit als Leiter der Abteilung fällt die Gründung der Forschungs- und Prüfgemeinschaft Holzbearbeitungsmaschinen (FPH) mit der Einrichtung des für das GS-Zeichen zertifizierten Holzstaub-Prüflabors am Institut.

 

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